Der Sommer 1985
1985 war das Jubiläumsjahr der Deutschen Eisenbahnen, das mit Feierlichkeiten in und um Nürnberg dem Anlass entsprechend gebührend begangen wurde.
Neben der großen Ausstellung und Dokumentation im Nürnberger Tafelwerk fanden zahlreiche Sonderfahrten statt, zu deren Zweck die Deutsche Bundesbahn das seit 1977 wirkende Dampflokverbot auf DB-Strecken aufhob und sogar eigene historische Loks mit viel Aufwand wieder aufarbeiten ließ.
Da ich im September terminlich anderweitig eingebunden war, besuchte ich Anfang August die Ausstellung im Tafelwerk und dokumentierte am 21. August die Rücküberführung der DR 18 201 in die DDR bei Hohenstadt.
Ansonsten wurden wieder einmal Stippvisiten in Österreich, am Chiemsee und in die DDR unternommen.
Überführung der 18 201 bei Hohenstadt am 21. August 1985
Die Anwesenheit der 18 201 der Deutschen Reichsbahn bei den Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag der deutschen Eisenbahn im "kapitalistischen Ausland" war schon eine kleine Sensation an sich. Nicht wahr wurden die Träume vieler Eisenbahnfreunde, dass die 18 201 aus eigener Kraft und als Zuglok eines Sonderzuges zurück in ihre Heimat fahren durfte.
Aus technischen und organisatorischen Gründen wurde die Lok warm, aber antriebslos hinter die 01 1100 der DB gehängt und so in Richtung Hof auf die Reise geschickt. Trotzdem war es damals etwas Großartiges diese Maschine auf bundesdeutschen Schienen erleben zu dürfen.
Die Streckentrennung bei Hohenstadt bot eine gute Gelegenheit den Sonderzug mit 18 201 sowie den Sonderzug mit der 23 105 ohne Standortwechsel bildlich festzuhalten.
Oberösterreich am 28./29. August 1985
Wer die 1045er der Zfl Attnang-Pucheim im Einsatz erleben wollte, musste schon sehr früh aus den Federn, so wie ich am Morgen des 28. August. In stockfinsterer Nacht verließ ich Freising in Richtung Innviertel. Am schnellsten gelang dies, wenn man über die A9 bis Dreieck Holledau, dann weiter auf der A93 bis Regensburg und schließlich auf der A3 bis Schärding fuhr und die letzten Kilometer über Land bis Riedau unter die Räder nahm.
Heute geht das natürlich schneller über die A94, aber damals war die Trassenvariante der A94 durch das unberührte Isental ein fast unüberbrückbarer Konfliktstoff zwischen Anwohnern und Naturschützern auf der einen und der Staatsregierung auf der anderen Seite. In den 1980er Jahren hat man sich fast die Köpfe gegenseitig eingeschlagen und heute redet kaum noch jemand über diese schlechteste aller Lösungen.
Noch schneller würde es mit dem Zug gehen, wenn nur endlich die durchgehende Zweigleisigkeit und die Elektrifizierung der Achse München - Simbach (- Neumarkt-Kallham - Wels - Linz) umgesetzt würde. Österreich wird wahrscheinlich wie immer schon mal vorlegen, bevor die Piefkes überhaupt erst mal einen Plan gemacht haben.
Nun ja, weiter im Text: Nach den Aufnahmen in Riedau fuhr ich weiter an den Wolfgangsee und nutzte das wunderbare Spätsommerwetter für eine Fahrt auf den Schafberg. Den Abstieg zu Fuß vom Schafberg nutzte ich für ein paar Streckenaufnahmen der Zahnradbahn.
Den Tag beendete ich mit einem Sprung in den angenehm kühlen Wolfgangsee und gönnte mir später in Bad Ischl eine Melange und ein schönes Stück Kuchen im Cafe Zauner an der Traunpromenade. Glücklicherweise konnte ich wieder in derselben Pension an der Traun übernachten, die ich schon von früheren Aufenthalten her kannte.
Frühstück gab es ab 7.00 Uhr, so dass ich mich zeitig auf den Weg nach Gmunden machen konnte. Das Wetter spielte an diesem Morgen leider nicht mit, es war neblig und kühl; trotzdem gelang mir noch eine Aufnahme der letzten 1145 der Zfl Attnang-Puchheim im Bahnhof Gmunden. Danach wollte ich mir noch eine Fotostelle am Traunsee suchen, an der ich den E702 "Erzherzog-Johann" fotografieren konnte, der eine Planleistung der Linzer 1018 war.
Leider hatte ich ein wenig die Zeit vergessen und als ich die Stelle bei Traunkirchen-Ort erreicht hatte, kam der Zug schon aus dem Tunnel geschossen, so dass nur noch ein schneller Nachschuss gelang.
Am Nachmittag hob sich dann der Nebel und es wurde wieder sonnig, so dass ich das schöne Wetter noch für einige Aufnahmen der Stern und Hafferl-Lokalbahnen in Gmunden und Vorchdorf nutzen konnte. Den Tagesabschluss bildete dann noch ein Kurzbesuch der "Haager Lies" (Lokalbahn Lambach - Haag), mit dem interessanten Gleichrichterwagen auf der ÖBB-Hauptstrecke.
Die Heimfahrt nach Freising über die Westautobahn und die A8 verlief dann relativ stressfrei.
Die meisten Bilduntertexte fehlen leider noch und werden alsbald nachgeliefert! 
